Praxisgemeinschaft für Augenheilkunde Psychotherapeutische Medizin Akupunktur & Naturheilverfahren Makula-Kur
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aktuelles

 

Liebe Patientinnen und Patienten!

 

 

Nach 23 Jahren werde ich zum Jahresende meine kassenärztliche Tätigkeit beenden und ab Januar 2021 meine augenärztliche Praxis als Selbstzahler- und Privatpraxis am gleichen Ort weiterführen.

Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sind mir doch viele meiner Patientinnen und Patienten im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen.

Für Ihre langjährige Treue danke ich Ihnen. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei kürzeren Wartezeiten auf Termine, mehr Zeit für Gespräche und Behandlungen und einem noch besseren Service in unserer Praxis begrüßen zu dürfen.

Die Praxis steht weiterhin allen offen. Lediglich die Form der Abrechnung wird sich für gesetzlich Versicherte ändern, bei voller Kostentransparenz.

Die Versorgung von Arbeitsunfällen und die Erstellung von Tauglichkeitsgutachten z.B. für den Führerschein sind selbstverständlich in der bisherigen Form so möglich.

Sie werden mit Sicherheit aber schneller einen Termin bekommen.

 

In Gesprächen bin ich oft gefragt worden: Warum?

 

Der wichtigste Grund für meine Entscheidung liegt in der so genannten Digitalisierung des Gesundheitswesen. Das klingt erst einmal fortschrittlich und modern. Der Teufel steckt hier in der Ausführung.

 

Seit fast 2 Jahren sind alle Kassenärzte in Deutschland zwangsverpflichtet, sich an die so genannt „TI“ anzuschließen. Kaum einer kennt diesen Begriff. Die TI ist ein staatliches Netzwerk, betrieben von der Gematik, an das sich nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn alle Teilnehmer des Gesundheitswesens anschließen müssen. Die Gematik gehört zu 51% dem Bundesgesundheitsministerium. Zuerst wurden die ambulanten Kassenärzte gesetzlich verpflichtet. Um den Anschluss zu realisieren, wird in der Praxis des jeweiligen Arztes eine Anschlussbox in das Netzwerk der Praxis mit weitreichenden Rechten installiert. Der Arzt kann diese Box weder kontrollieren, noch sieht er, was für Datenverkehr darüber läuft. Rein technisch könnte über diese Box auch ein unautorisierter Zugriff auf alle Daten im Netzwerk der jeweiligen Praxis erfolgen. Das ist aus datenschutzrechtlichen Gründen aus meiner Sicht ein Unding und mit der ärztlichen Schweigepflicht, die den absoluten Schutz aller Daten beinhaltet, nicht vereinbar. Bisher konnten sich Praxen, die das nicht wünschen, mit einer laufenden Strafgebühr von 2,5% des Kassenumsatzes freikaufen. Auch ich habe bisher diese Strafgebühr bezahlt. Das ist mir der Schutz Ihrer Daten wert.

 

Diese Ärzte werden gern auch als Digitalisierungsfeinde bezeichnet. Dazu ein paar Worte zu mir. 1997 habe ich eine der ersten papierlosen Praxen eröffnet. Ich pflege seit 23 mein Netzwerk selber, betreibe diverse Virtualisierungen zum optimalen Praxisablauf. Sämtliche Daten (Befunde, Briefe, Netzhautfotos, 3-D Aufnahmen der Netzhaut usw.) in meiner Praxis liegen in digitaler Form vor und sind im Netzwerk so schnell verfügbar. In 23 Jahren hatte ich keinen erfolgreichen Hackerangriff oder einen Virusbefall. Bei mir besteht ein hoher Sicherheitsanspruch auf Grund der eben genannten Situation.

 

Aus diesem Wissen heraus ist es für mich undenkbar, meine Praxis mit einem fremden Netzwerk zu verbinden, dessen Zugang zu meinem Praxisnetzwerk ich nicht kontrollieren kann und das seit seinem Bestehen auch auf mehrfache Aufforderung hin keine Datenschutz-Folgeabschätzung geliefert hat. Das ist nicht vereinbar mit der europäischen DSGVO. Aber das scheint auf Regierungsebene keinen zu interessieren. Hauptsache, man bekommt die Daten.

Übrigens: für den Betrieb der zentralen Telematikinfrastruktur (TI) wurde von der Gematik für mindestens weitere acht Jahre die Firma Arvato Systems beauftragt. Die Firma Arvato ist eine 100%ige Tochter der Firma Bertelsmann.

 

https://www.arvato-systems.de/mehr/presse/arvato-systems-bleibt-it-partner-der-gematik

 

Jetzt wurden die Gesetze erneut verschärft, so dass es im Jahre 2021 nicht mehr möglich sein wird, sinnvoll als Kassenarzt zu arbeiten, ohne an dieses Gematik-Staatsnetz angeschlossen zu sein. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meine Kassenzulassung zurückzugeben.

 

Meine ärztliche Schweigepflicht ist das höchste ärztliche Gut und ich bin nicht bereit, diese auf dem Altar der Datensammler im Internet zu opfern.

Nur noch ein Zitat unseres Gesundheitsministers Jens Spahn: “Datenschutz ist etwas für Gesunde.“ Mehr ist dieser Ideologie nicht hinzuzufügen.

Wer sich noch tiefer mit dieser Thematik beschäftigen möchte, findet hier einige interessante Internet-links.

 

https://www.heise.de/suche/?q=patientenakte&make=&sort_by=date

 

https://www.offline-praxen.de/fuer-patienten-innen.html

 

https://www.heise.de/news/Warum-es-bei-kuenftigen-Datenpannen-in-der-Medizin-keine-Schuldigen-geben-wird-4876918.html

 

https://www.heise.de/news/Analyse-Warum-80-000-Arztpraxen-ihre-Verbindung-zur-Telematik-verloren-4842866.html

 

https://www.heise.de/news/E-Patientenakte-Pauschale-Freigabe-von-Daten-fuer-die-Forschung-umstritten-4767254.html

 

https://www.heise.de/suche/?q=Telematik+Infrastruktur&make=&sort_by=date

 

https://media.ccc.de/v/36c3-10595-hacker_hin_oder_her_die_elektronische_patientenakte_kommt

 

https://www.deutschlandfunk.de/chaos-communication-congress-die-elektronische.676.de.html?dram:article_id=466729

 

 

Bitte sprechen Sie uns an.

 

Ihr Dr. René Woytinas & und das gesamte Praxisteam

Kulmbach, Pestalozzistrasse 1, Tel.09221/ 4717

 

 

 

Sensible Patientendaten in Gefahr

Der Telematikskandal weitet sich aus. Die Daten der Patienten sind nicht ausreichend geschützt. Die Konnektoren sind leicht angreifbar. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gerät infolge Untätigkeit immer mehr in Bedrängnis. Seit Monaten läuft der bayerische Facharztverband Sturm gegen die Zwangsvernetzung der Arztpraxen. Nun greifen die Medien das Thema auf und der NDR berichtet über die gravierenden Sicherheitsprobleme der Telematik-Konnektoren.

Dr. Ilka M. Enger

„Spahn hat sich im Netz verheddert“, so beklagt die Regensburger Internistin Dr. Ilka Enger, Vorsitzende des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV) die Probleme bei der Einführung der Telematik-Konnektoren in den Arztpraxen, die den Bundesgesundheitsminister offenbar immer stärker in Bedrängnis bringt. Jetzt trifft das Thema durch die Recherche der PANORAMA-Redaktion des NDR auf breite Medienresonanz. Damit habe sich die Arbeit des BFAV gelohnt: „Unser Musterwiderspruch gegen die zwangsweise Vernetzung der Arztpraxen und die damit verbundene Honorarkürzung steht schon seit Mai für betroffene Ärzte zur Verfügung“, freut sich Enger über die öffentliche Resonanz. Dabei gehe es den meisten Kollegen, die den Anschluss bisher trotz der angedrohten finanziellen Einbußen verweigern, um die Eingriffe ihrer Praxen und die damit verbundene Gefährdung des Patientengeheimnisses.

Spahn gibt Gas

„Kann der Patient nicht mehr auf die Verschwiegenheit des Arztes zählen, weil potentiell das gesamte Internet mithört, ist das Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt“, äußert die BFAV-Sprecherin Unverständnis, “warum Gesundheitsminister Jens Spahn scheinbar alles dafür tut, den Datenschutz für sensible Patientendaten zu schleifen.“ Der Minister trete – obwohl er von den potentiellen und jetzt bestätigten Sicherheitslücken in der Gesundheitstelematik wisse, „unvermindert aufs Gas“. So wurde zuletzt im DVG der automatisierte Datenfluss der Abrechnungsdaten zu einer Sammelstelle in der Hand des GKV-Spitzenverbandes Bund im Bundesrat mit der Groko-Mehrheit einfach durchgewinkt.

„Dieses Gesetz ist in unseren Augen ein eklatanter Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der informationellen Selbstbestimmung der gesetzlich zwangsversicherten Bürger,“ erklärt Karl Ebertseder, Schriftführer des BFAV. „Wie der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg sind wir der Meinung, dass Bundespräsident Steinmeier diesem Gesetz seine Unterschrift verweigern muss.“

Leicht zu »hacken«

Der PANORAMA-Beitrag zeige wie leicht es sei, den angeblich so sicheren Konnektor zu hacken und unbemerkt Patientenakten zu stehlen.“ Die überhastete Initiative des Bundesgesundheitsministeriums zur Einführung der TI treffe dabei auf Praxen, die vorher nicht an die TI angeschlossen waren und damit auch nicht auf diese Technologie vorbereitet waren. Sie trifft weiter auf Praxen, die im Intranet zwar gut vernetzt sind, aber deren Gerätepark als Angriffsziel genutzt werden könnten, wenn sie an die TI angeschlossen werden. Und sie trifft auf teilweise wenig erfahrene, aber zertifizierte IT-Dienstleister, die den Anschluss ohne Skrupel vornehmen auch wenn Sicherheitsbedenken bestehen müssten und sie die Praxisinhaber warnen müssten.

Ärzte haften

Ärzte, die sich anschließen ließen, gelten als Betreiber der TI und müssen dann auch für die Sicherheit haften – eine Sicherheit, die sie als Laien in der IT und auf Grund der bestehenden Architektur gar nicht beurteilen können. Die Datenschutzfolgeabschätzung der Gesamt-TI werde seit über einem Jahr angemahnt und fehlt weiterhin. „Minister Spahn hat sich hier in den Weiten des Internet verheddert“ befürchtet Enger. Es bestehe die große Gefahr, „dass Spahn in dieses Datenloch auch noch die Patienten und die Praxen mit rein reißt. Deshalb appellieren wir an den Minister, endlich den Stecker der TI zu ziehen und für einen sorgfältigen Neustart in eine sichere digitale Zukunft für die Patienten zu sorgen.“

 

Bericht Panorama 3: www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Sensible-Patientendaten-in-Gefahr,patientendaten110.html

Bericht Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/politik/patientendaten-hacker-sicherheit-1.4678689

Focus-Gesundheit Arztsuche | Dr. med. Rene Woytinas

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